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[report] Adventures 2009

Posted in report by danielcloutier on 22. November 2009

Und endlich hatte Spot auch seine letzte Form annehmen können. Flach wie eine Flunder, so kommt er sicher unter diversen Türen durch. Kurz die Hotspot-Anzeige aktiviert, da war doch tatsächlich ein Spalt unter der Tür. Bald sollte Sadwick auch das letzte Kapitel von “The Whispered World” bestanden haben. Und damit das beste Adventure des Jahrzehnts.


The Whispered World

Ende der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts galt: Das Adventure ist tot. Und das aus gutem Grund. LucasArts, die wichtigste Schmiede erfolgreicher Abenteuerspiele, hatte sich nach dem kommerziellen Misserfolg von Grim Fandango vollständig aus dem ehemaligen Vorzeigegenre zurückgezogen, Sierras Larry-, Kings Quest- und Space Quest-Reihen hatten ihren letzten Teil hinter sich, Westwood entwickelte nach der EA-Übernahme keine Adventures mehr, kurz: Die goldenen Jahre des Abenteuergenres waren nicht nur vorbei, sie waren fast schon vergessen.


Day Of The Tentacle (1993)

Zu stark waren die Mitte der Neunziger prosporierenden neuen Genres Echtzeitstrategiespiele sowie insbesondere Ego-Shooter. Während ersteres nach dem genrebegründenden “Dune 2″ durch die Command & Conquer- und Star-/Warcraft-Reihen dominiert wurden, kämpften im Ego-Shooter-Bereich unzählige Reihen bis heute um Marktanteile.
Doch in den letzten Jahren begannen einige, meist kleinere, Entwicklungsstudios mit neuen, klassischen Point-and-Klick Adventures. Die meisten von ihnen kamen und kommen aus Europa, besonders viele davon aus Deutschland.


Runaway (2002)

Der PC war jeher die Wiege der Adventures. Kein Wunder bei der Standardsteuerung mit Maus und Tastatur. Und auch in jüngster Zeit kamen vor allem für den guten alten Computer die meisten Vertreter des Genres auf den Markt. Witziges wie die große Genre-Reboot-Hilfe “Runaway” nebst Nachfolger, oder im Monkey Island Stil wie das etwas überwertete “Jack Keane” oder die ebenfalls luftig-humorige “Ankh”-Reihe entsprechen am stärksten dem klassischen Adventure. Aber auch weniger comichafte Spiele wie “Syberia” und die brillianten “Geheimakte”-Serie.


Geheimakte 2

Die Auswahl an Adventures legte dabei in den letzten Jahren nicht nur in Quantität, sondern auch Qualität zu. War der geneigte Abenteurer bis noch vor wenigen Jahren froh über zwei gute Adventures pro Jahr, repräsentiert 2009 einen neuen Höhepunkt. Eine Auswahl besonderer bis besonders guter Spiele in diesem Jahr: “Professor Layton und das Geheimnisvolle Dorf” (für den Nintendo DS), das hübsche Roboterabenteuer “Machinarium”, das ernsthaftere “Black Mirror 2″, das Remake zu “The Secret of Monkey Island” sowie die Fortsetzung der Monkey-Island-Reihe mit Telltales “Tales of Monkey Island”.


The Secret Of Monkey Island (Remake)

Hinzu kommen das (von mir noch nicht gespielte) Fantasyspiel “The Book of Unwritten Tales”, “Simon the Sorcerer 5″ und “Ceville”. Aber das beste Spiel, das wahrscheinlich beste Adventure seit der LucasArts-Glanzzeit, erschien ebenfalls dieses Jahr, entwickelt von einem deutschen Team: “The Whispered World”. Ein erwachsenes Märchen mit grandioser Story, herrlicher Handgezeichneter Grafik und guten bis brillianten Rätseln.
Und auch der Blick in die nahe Zukunft verspricht eine weiter gutes Quantität-Qualitätsverhältnis. Gerade erschien “Runaway 3″, bald das neue Daedelic-Spiel “A New Beginning”. Die Zeiten für Adventurespieler waren (besonders wer übermäßige Nostalgie erkennt) selten besser.

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