[meinung] (Manche) Spiele waren damals nicht so gut
“Populous, das war damals ein Spiel. Tage-, ja, wochenlang hab ich das gezockt. Das war eine Revolution, unterhaltsam obendrein.” Das geht so manchem Classic Gamers recht leicht von den Lippen. Nostalgie ist was schönes, solange man nicht mit der Realität konfrontiert wird. Schon einmal Populous auf dem DS gespielt? Das Original Populous auf dem DS? Nein? Es ist Mist. Jemand der heutige Spiele (Anno! Anno!) gewohnt ist, ist mit Populous hoffnungslos unterfordert. Eigentlich hebt und senkt man ja nur Land, der Rest läuft fast komplett automatisch ab. Ende der Achtziger war das noch neu.
Besonders bei der Grafik spielt uns unsere Erinnerung häufig einen Streich. System Shock. Ein Traum von einem Spiel. Zugängliche Spielbarkeit, atmosphärisches Ambiente, grandiose Grafik. Hm, nein. Ein einziger Brei.
Je weiter man zurück geht in der Historie der Computerspiele (wegen X-Wing hab ich mir seinerzeit einen 386er gekauft. Das sind einzige Pixelhaufen!) fällt eine Illusion nach der anderen. Die Bombast-Grafik diverser Amiga-Klassiker wirkt heute ähnlich schwachbrüstig wie die hektische Musik, von der man sich in den frühen Neunzigern eventuell Analogkopien via MC für den Walkman anfertigte.
Aber wie bereits erwähnt, am gruseligsten verklärt ist das Gameplay so mancher Klassiker. Niemand würde heute einen Vollpreis für solch simple Weltraumballerei wie Wing Commander zahlen (wobei ich das wirklich vermisse. Und deswegen werd ichs auch nicht mehr spielen…). In jedem Genre gab es seit Mitte der Neunziger (die meisten heutigen Genres existierte da bereits, MMORPGs ausgenommen), wenn auch selten Revolutionen, dann doch zumindest Evolutionen, die die Urväter nach jetzigen Massstäben ausgesprochen altbacken wirken lässt. Bei Echtzeitstrategie: Dune 2. Sehr Basic, schlechte Wegführung, müde Grafik. Ego-Shooter: Doom. Dünnes Gameplay mit simplen 0815-Rätseln.
Was beweist: Spiele heute sind nicht schlechter als damals.
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